Home | Tagebuchberichte

Ausflug am 28.10.2000 nach Ambohimanga

...mit den Jungs und Mädchen von "Felana" und "Vony"

Ambohimanga (übersetzt: "blauer Hügel") liegt ungefähr dreißig Kilometer nördlich von Tana. Dort gibt es einen "Rova", der vor dem Bau des Rovas in Tana der Sitz des Königs von Madagaskar war.

Die Mädchen von Vony planten einen Ausflug dorthin, und da ich mit den Jungs von Felana auch mal wieder einen Ausflug machen wollte, haben Anke und ich den Ausflug dorthin zusammen geplant. Für die Jungs und Mädchen wäre es ja auch mal eine schöne Sache gemeinsam einen Ausflug zu machen. Viel Planung war eigentlich nicht nötig, nur Uhrzeit festlegen, den Essenplan abstimmen und ein Auto finden, das uns hinbringt. Das alles hat sich dann aber doch als gar nicht so einfach erwiesen: das Essen war natürlich nicht, das Taxi-Brousse war bis Freitag Nachmittag noch nicht sicher und die Zeit für die Abfahrt sorgte auch für kleine Unstimmigkeiten. Dann sollte es um acht Uhr morgens losgehen, das Taxi-Brousse holte uns aber erst um viertel vor neun aus Tsiadana ab. Es war bis zum letzten Platz gefüllt, wir waren insgesamt 26 Leute. Dreizehn Mädchen von Vony und Madame Victoire, Madame Pine, Madame Fara und Anke und die acht Jungs von Felana mit mir. Wie immer hat der morgendliche Stau in Tana uns aufgehalten, so daß die Fahrt eine gute Stunde gedauert hat.

Nach dem Aussteigen mußten wir noch einen recht steiles Stück Berg hinter uns bringen, wonach sich uns aber ein herrlicher Ausblick in die Landschaft eröffnete. Das Tragen der Verpflegung hat einigen Leuten den Schweiß auf die Stirn getrieben, denn das Wetter war sonnig und warm, beste Voraussetzungen also für den Ausflug. Alle Madegassen haben Samstags freien Eintritt auf das Gelände vom Rova, Anke und ich als Vazahas sollten 10000 FMG pro Kopf bezahlen. Anke hatte aber an alles gedacht, schon einen Brief mit ONG Stempel vorbereitet, der uns unsere ehrenamtliche Tätigkeit bestätigte und nach einer viertel Stunde Diskussion mit dem "Responsable" erließ der uns den Eintrittspreis und wir sind ebenfalls umsonst hereingekommen.

Der Proviant wurde abgestellt und als erstes der Rova besichtigt. Die meisten der Kinder waren sehr interessiert und haben sich alles genau angeschaut. Für alle war es eine der wenigen Male, daß sie aus Tana herausgekommen sind.

Nach der Besichtigung stand wieder die Musik im Mittelpunkt. Auf der Hinfahrt wurde viel gesungen und Tam-Tam gespielt, jetzt wurden die beiden Kassettenrecorder aufgedreht, denn sowohl die Jungs als auch die Mädchen hatten einen im Gepäck dabei.
Beim "Responsable" hatte Madame Victoire gefragt wo man das Mittagessen einnehmen könnte, denn essen ist auf dem Gelände nicht überall erlaubt. Er hat uns eine Richtung gezeigt und wir haben uns dorthin aufgemacht.

Die Jungs waren noch nicht so überzeugt davon, daß es bereits Mittagessen geben sollte und wollten das gemeinsame Essen mit den Mädchen schon boykottieren. Aber nach einer Weile haben sie sich um entschieden und haben auch Reis und "loaka" ausgepackt. Leider hatten sie da schon das Brot für eine kleine Zwischenmahlzeit verspeist.

Vor dem Essen haben sich alle in einen großen Kreis gestellt und nach ein paar Worten von Madame Victoire gemeinsam gebetet. Zum Essen gab es Saft und Wasser zu trinken. Die Ermahnung nicht alles auszutrinken, damit etwas für den Nachmittag bleibt, blieb unerhört und so tranken sie alles beim Mittagessen aus. Am Nachmittag war dann der große Durst angesagt, denn es war ja heiß, die Kinder haben viel gespielt und getobt.

Ein Fußball gab es leider nicht, da sowohl der von Felana, als auch der von Vony kaputt war, und es bei Tsiry auch keinen gab. So hatten wir einen Wasserball mitgenommen, um überhaupt einen Ball dabei zu haben. Der hat den Nachmittag über gehalten, wurde zwischendurch mit Tesafilm geflickt, des weiteren hatte ich eine Frisbee-Scheibe mitgebracht, die viel durch die Luft geflogen ist. Die Mädchen haben auch zwischendurch einige male andere Spiele gespielt, die Jungs waren davon nicht so begeistert, sie waren zu "cool" dafür.

Um drei hatten wir unser Rendezvous mit dem Taxi-Brousse für die Rückfahrt gemacht. Als es soweit war, sind wir den Berg wieder "herabgestiegen" und mußten aber noch eine halbe Stunde auf den Bus warten. Wir hatten schon die Befürchtung, er würde uns sitzen lassen, denn wir hatten ihm bereits die Hälfte des Fahrpreises bezahlt, weil der Fahrer darauf bestanden hatte. Aber er kam trotzdem noch. Zur Abfahrt haben wir dann noch ein paar Bananen gekauft, die schnell ihre Abnehmer fanden.
Die Rückfahrt ging flott, und wir waren schnell wieder in Tsiadana. Die Jungs mußten noch zu Fuß zurück zu Felana gehen, was ihnen einige "Bauchschmerzen" bereitete, aber alles Murren nutzte nichts.
Der Ausflug schien gelungen, es hat sich als durchaus durchführbar erwiesen, gemeinsam einen Ausflug zu machen. Die beiden Gruppen haben sich verstanden. Erst im Nachhinein haben wir mitbekommen, daß die Jungs doch nicht so begeistert waren. Sie fühlten sich benachteiligt, denn die Mädchen von Vony hatten eine "Uniform" und sie nicht, außerdem war das Essen der Mädchen "besser" und bei Vony waren auch alle "Responsables" dabei, bei Felana nur ich. Das alles hat für Unmut bei ihnen gesorgt, woraufhin wir uns mit ihnen zusammengesetzt haben, um darüber zu diskutieren, um das Problem aus der Welt zu schaffen.



Links zum Thema
© 1998-2005 Zaza Faly e.V. | Eine Uhura Website | Newsletter Abo | Gästebuch | Impressum