Malaktion bei "Tsiry":
In der letzten Woche hatten wir viel Farbe eingekauft, um mit den Kindern der
fahlen Projektmauer etwas Leben einzuhauchen.
So sammelte sich jeden Nachmittag nach kurzen hitzigen Auseinandersetzungen immer
ein kleines Grüppchen von 6-8 Kindern zusammen, die sich begierig auf die
Pinsel stürzten. Mit einer kleinen Gruppe konnte somit das Chaos nicht völlig
die Oberhand gewinnen. So tropfte es in langen Spuren die Mauer entlang, es wurde
viel experimentiert, aber sobald die Kinder es verstanden, daß man diese
Farbe nicht einfach mit Wasser wegwaschen konnte, hörten sie auf, sich ihre
Gesichter, Haare und Fuße zu beschmieren.
Ständig wurden die "Maler" von den anderen Kindern umringt, die
es nicht mehr erwarten konnten, es bald selbst auszuprobieren. Und obwohl es
für viele Kinder bestimmt das erste Mal gewesen ist, nicht nur auf dem Papier
zu zeichnen, entstanden in kurzer Zeit viele Blumen, Sonnen, manchmal ein Auto
und Mimmy, ein Strassenmädchen hat einen blauen kleinen Brunnen u. ein Strichmännchen
gemalt. Das ist sie beim Wäschewäschen bei Manda. Viele Wünsche
fanden auf dieser Steinmauer Platz, so malten z.B. zwei von den größeren
Jungs ganz unabhängig voneinander ein kleines Häuschen auf Stehpfosten
mit einer Kokospalme davor. Einige der Kinder schrieben "Manda", ihre
Namen und einmal sogar "Merci".
Natürlich wird viel mit der Farbe
experimentiert. Hier mal ein grünes Gesicht, da mal ein gelber Fuß und
nach dieser bunten "Schweinerei" verbringe ich noch eine ganze Weile,
um unzählige Hände, Beine, Münder ect. mit Petrolium abzuputzen.
Auch heute werden die Jungs, eine Lehrerin und ich weiter malen. Vorher müßte
noch eine Flasche Verdünnungsmittel gekauft werden... der Bedarf ist groß.
Wenn man jetzt durch das Tor in das Projekt kommt, fallen Jedem als Willkommensgruß sofort
die Malereien der Kinder ins Auge, die freundlich bunt in der Sonne leuchten.
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