Bericht
von Gabriele Günther
(Praktikantin bei "Manda" 03-09.2000)
Auf dem Markt:
...wieviel kleine Kinder hopsen hier durch die Straßen und zwischen den
Autos hindurch? Und wenn ich in der Stadt bin, kommen viele "Manda"-Kinder
sofort angerannt, in der Hoffnung, daß ich ihnen irgendetwas kaufe. Und
dann stehe ich vor dem "Glacier" (Anm.: eines der besseren Hotels der
Stadt), das Geld schon in der Hand, um den vier Kindern etwas zu kaufen, aber
als ich noch einmal zu ihnen schaue, hat sich ihre Zahl schon verdoppelt und
5 weitere kamen mit lauten "Schlachtrufen" über die Straße
gerannt.
Ich steckte das Geld wieder ein, denn für so viele ging es nicht.
Drei kleine Mädchen und ein Junge erfassten meine Hand und ließen
sie nicht wieder los, obwohl ich ihnen mit meinen spärlichen Madagassisch-Kenntnissen
wohl deutlich klar machte, daß sie nichts bekommen würden.
Nun machten wir also zusammen einen Spaziergang und als wir die vielen Treppen
zusammen hinter uns gebracht hatten und sie immer noch da waren kaufte ich schnell
ein paar Bananen, drückte sie ihnen in die Hand und schon waren sie spurlos
verschwunden. Wenn ich mir vorstelle, daß die großen Jungs von "Felana" auch
so kleine "Straßenflöhe" gewesen sind, die auf jeden "Vazaha" (mad.
für: "Weißen") mit einem erstaunlichen Tempo und Worten
zusteuern, sehe ich, was für diese Kinder getan worden ist, die heute als
junge Männer die Möglichkeit besitzen, eine normale Arbeitsstelle in
einer Tischlerei oder ähnliches anzunehmen....
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