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Praktikumsbericht Katrin - Eindrücke von Tana...

7.-10.2001

Noch eine Woche im Projekt. Rasend schnell ist die Zeit verflogen, so angefüllt mit Eindrücken. Schon nach der Ankunft: Scharen von Taxifahrern belagern uns auf dem Flughafen. Ich bin froh, nicht erst allein herumzureisen, sondern zunächst im Projekt aufgehoben zu sein. Das Handeln: ich werde mich daran gewöhnen, werde es sogar mögen. Erst einmal aber wird der große Supermarkt im Zentrum zur ersehnten Oase des Altbekannten. Ich schäme mich fast, die kalten weißgekachelten Reihen den gemütlichen madegassischen Verkaufsständen vorzuziehen. Weiß ich doch: das hier ist nicht Madagaskar! Und doch ist es manchmal angenehm, unbeobachtet wählen zu können, nicht allzu sehr aufzufallen. Denn daran muß man sich gewöhnen: Bonjour Vazaha! Ich fühle mich manchmal wie ein Filmstar: Soviel Zuwendung! Schon am ersten Tag kennen die Verkäufer im Viertel meinen Namen. Schön, ich fühle mich willkommen, dann wieder die Sehnsucht, einfach mal wieder wie einer unter vielen durch die Welt zu spazieren. Denn das Privatleben beschränkt sich oft auf die Abendstunden im Büro.Immer wieder beeindruckend: die wöchentliche Streetwork. Der Blick hinter die Kulissen. Kinder mit Nachttöpfen huschen vorbei. Schnell, da sie sich ihrer stinkenden Fracht schämen. Als es zu dunkeln und kälter zu werden beginnt, wird mir plötzlich bewußt: die Kinder können nicht wie ich gleich ins warme "zu Hause" zurückkehren. Andere schlafen, da sie nachts als Träger oder Wächter arbeiten oder die Prostituierten begleiten. Schade, daß meine Madegassischkenntnisse so spärlich sind, daß ich nicht direkt mit ihnen sprechen kann, aber Miarintsoa übersetzt. Seltsam, wenn mir währendessen Straßenhändler eindringlich ihre Ware anbieten. Betteln mich unbekannte Kinder außerhalb der Streetwork an, versuche ich, ihnen mit Händen und Füßen klarzumachen, in die ONG zu kommen. So ganz verstehen sie mich wohl nicht, aber sie begreifen, daß ich sie weder ignoriere, noch Geld gebe. Das nämlich halte ich für durchaus keine gute Lösung: Viele Eltern verbieten ihren Kindern ins Projekt zukommen, da sie sie zum Betteln benötigen. Sehr kontraproduktiv also, obwohl sie es wirklich bräuchten. Immer wieder bin ich froh, nicht nur Tourist zu sein, sondern meinen wenn auch ganz kleinen Beitrag über die Arbeit in der ONG zu leisten...



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