Die Sozialstation Tsiry (blühende
Blume)
Im Oktober 1995 gegründete Zaza Faly im
Zentrum der Hauptstadt Antananarivo
das Sozialzentrum.
Hauptziel ist die kontinuierliche Betreuung von
zwei verschiedenen
Straßenkindergruppen
aus
und in den verschiedenen Revieren im näheren Umfeld. Das Projekt
akzeptiert den Lebensraum Straße mit all seinen Prägungen
auf die Kinder und versucht, unter Beachtung ihrer besonderen Mentalität,
humanere Lebensbedingungen zu schaffen sowie eine schrittweise Resozialisierung
einzuleiten.
Die Sozialstation bietet den Straßenkindern:
a) ein Hygieneprogramm zur Körper- und Kleidungspflege;
b) eine medizinische Grundversorgung, kostenlose ärztliche und zahnmedizinische
Behandlung, Vermittlung von Operationen und Krankenhausaufenthalten;
c) Übernachtungsmöglichkeiten für Kinder in Not und mit
erhöhter Pflegebedürftigkeit.
d) Aufklärungsprogramme über Drogenmissbrauch und Folgen von
Kriminalität, sexuelle Aufklärung und AIDS-Prävention.
e) ein Schul- und Vorschulprogramm zur Alphabetisierung und Resozialisierung,
f) Angebote im handwerklichen und kreativen Bereich mit dem Ziel individueller
Talentförderung ;
g) Die tägliche Ausgabe von abwechslungsreichen Speisen; Für
ca. 60-70 Kinder ist das Projekt in zwei Gruppen (eine Jungen- und eine
Mädchengruppe), von Montag bis Freitag besuchen, ist "Tsiry" schon
längst ein vertrauter Anlaufpunkt geworden. In festen Gruppen nutzen
die Mädchen und Jungen zwischen 6 und 18 Jahren die Gelegenheit
zum Duschen, Waschen und Wechseln der Bekleidung sowie den Besuch der
eingerichteten Schule.
Ein
Grundanliegen des Unterrichts durch einheimisches Lernpersonal ist
die Alphabetisierung und Resozialisierung auch für ältere
Straßenkinder.
90 % der Kinder, die zum ersten Mal das Projekt besuchten, waren komplette
Analphabeten. 80 % von ihnen können mittlerweile rechnen, lesen
und schreiben.
Um möglichst frühzeitig den negativen Prägungen durch
das Leben im Straßenmilieu entgegenzuwirken versorgt das Projekt
täglich auch ein Gruppe von 15-20 Kinder im Vorschulalter (4-6 Jahre).
Meist handelt es sich hierbei um kleinere Geschwister von Projektkindern.
Das diese Kinder von ihren, auf der Strasse lebenden Eltern zu uns geschickt
werden ist ein Erfolg des "Streetwork"-Termins, welcher einmal
wöchentlich durchgeführt wird. Kinder in diesem Alter sind
sehr oft einziges "Kapital" ihrer Eltern, da sie durch Betteln
den Lebensunterhalt verdienen.
Eine wichtige Funktion im Projektprogramm haben Spiele und Gruppenarbeit.
Sie tragen dazu bei Ängste und Aggressionen abzubauen. Das vermittelte
Wissen über Hygiene, sexuelle Aufklärung, AIDS-Vorsorge und
gesellschaftliche Regeln hilft den Kindern ihre Lage zu erkennen und
zu verbessern. Die Vermittlung einfacher handwerklicher Fertigkeiten
bis hin zur Produktion von kleinen Artikeln im Projekt soll den Selbsthilfewillen
und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten fördern.
"Tsiry" ist nicht zuletzt ein Ort der Zuflucht und Geborgenheit. Gewährleistet
wird dies durch 16 madagassische fest angestellte und deutsche freiwillige MitarbeiterInnen.
Seit Anfang 1998 begann die Sozialstation mit Ausbildungsmaßnahmen
für Jugendliche. In einer Holzwerkstatt und einer Web- und Nähwerkstatt
erlernen ehemalige Projektkinder ein Handwerk als Sprungbrett für
ein Leben jenseits der Straße.
Die monatlichen Projektkosten belaufen sich auf ca. 2600 Euro und gliedern
sich wie folgt:
|
Nr. |
Posten |
Euro |
|
1 |
Miete |
350,- |
|
2 |
Lohn |
560,- |
|
3 |
Verwaltung |
20,- |
|
4 |
Arzt/ Medizin |
150,- |
|
5 |
Reparaturen |
40,- |
|
6 |
Haushalt |
110,- |
|
7 |
Energie/Wasser |
120,- |
|
8 |
Transport
|
120,- |
|
9 |
Medizin/Hospital |
120,- |
|
10 |
Schule/Bildung |
50,- |
|
11 |
Telefon/ Fax/ Internet |
70,- |
12 |
Material |
160,- |
13 |
Essen |
560,- |
14 |
Einzelfallhilfe |
170,- |
|
Insgesamt |
2600,- |
|